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Donnerstag, 4. Dezember 2014

Auf der Suche nach dem verlorenen Glück

Schon ganz oft hab ich dieses Buch als Klassiker empfohlen bekommen, in den heurigen Ferien hab ich es dann endlich geschafft es zu lesen.
Ich muss zugeben, es ist stellenweise etwas mühsam zu lesen, da die Autorin zu Schachtelsätzen neigt. Auch die Aufmachung ist altmodisch, aber kein Wunder, es wurde vor gut 40 Jahren geschrieben.
Aber die Botschaft ist leicht nachvollziehbar - in den ersten Lebensmonaten gibt es kein Verwöhnen!
Die Autorin nennt diese Erkenntnis "Kontinuum-Gesetz", sie hat jahrelang im Dschungel Südamerikas bei Indianerstämmen gelebt und geforscht. Ihr Interesse galt zuerst der Tatsache, dass diese Urvölker Arbeit nicht als mühsam erleben wie wir, gleichzeitig beobachtete sie den Umgang der Indianer mit ihren Kindern. Neugeborene werden dort die ersten sechs Monate fast ausschließlich am Körper getragen, sobald sie mobil werden, dürfen sie sehr selbstständig ihre Umgebung erkunden. Was bei uns ja manchmal genau umgekehrt verläuft, die ganz Kleinen liegen alleine im Bettchen, vielleicht sogar noch im anderen Zimmer - und je größer sie werden, umso tendieren wir zur Überbehütung.
Jean Liedloff stellt die Theorie auf, dass der Greifreflex der Neugeborenen aus der Urgeschichte kommt, wo die Menschheit noch behaart war und somit das Kleine die Verantwortung hatte, sich festzuklammern, um nicht verloren zu gehen. Als der Mensch dann die Behaarung verloren hat, ging die Verantwortung das Kleine festzuhalten auf die Elterntiere über.
Ich finde das sehr schlüssig in diesem Buch beschrieben - denn fehlt dieses Urvertrauen aus den ersten Monaten, muss der erwachsene Mensch es dann durch irgendetwas kompensieren.
Viel Spaß beim Lesen!

Freitag, 14. November 2014

Trainiere Deine Gabe der Prophezeiung!

Wizard ist als Kartenspiel so eine Art Schnapsen für Fortgeschrittene, denn es geht weniger darum möglichst viele Stiche zu machen, sondern die Anzahl der Stiche genau zu prognostizieren - und genau da liegt der Hund begraben bzw. macht genau das den Reiz aus!
Die Spielregeln klingen anfangs völlig verwirrend, nach ein paar Proberunden hat mans aber gut heraus. Amazon gibt als Zielgruppe: Grundschulalter an - haha, im letzten Skiurlaub haben lauter über 40Jährige gespielt!
Ich bin immer noch auf der Suche nach einer optimalen Gewinn-Strategie, aber nachdem mich gestern nachmittag zwei Achtjährige unter den Tisch gezockt haben, ist die beste Strategie wahrscheinlich KEINE zu haben ;-))

Mittwoch, 13. August 2014

Born to be wild?

Wenn Eltern ein Buch lesen sollten, dann dieses!
Herbert Renz-Polster, Kinderarzt und Vater von vier Kindern, nimmt die kindliche Entwicklung unter dem Aspekt der Evolution unter die Lupe - und urplötzlich werden für uns unlogische Verhaltensweisen der Kinder völlig klar!
Über tausende von Jahren war es nützlich, dass Kinder in Wald und Wiese nicht wahllos jedes Grünzeug in den Mund gesteckt haben. Bitterer und saurer Geschmack haben sie vor möglicherweise verdorbenen oder gar giftigen Beeren und Blättern gewarnt und so ihr Überleben sichergestellt. Infofern ist es gleich viel weniger verwunderlich, dass Kinder auch noch heutzutage gegenüber Gemüse durchaus skeptisch sind ...
Nach und nach nimmt sich Renz-Polster Bereiche wie Schlafen, Stillen, Trotzen und so weiter vor und erklärt, warum das Nicht-alleine-schlafen-wollen oder auch die Wutanfälle noch vor - evolutionär gerechnet - wenigen Jahren überlebenswichtige Verhaltensweisen waren. Das absolut Spannende ist der Blickwechsel von den kindlichen Defiziten (wie meist in der Pädagogik üblich) hin zu den Stärken der Kinder, denn eines ist klar: wäre das Verhalten nicht sinnvoll gewesen, wären aus den Kindern keine Erwachsenen geworden und die Menschheit somit bereits ausgestorben!

Freitag, 27. Juni 2014

Wie Kinder wieder wachsen

Achtung, das ist kein Ratgeberbuch ;-)) vielmehr ein Buch, das zum Nachdenken anregt, über unsere Kinder, über unsere Gesellschaft, über unsere Welt, und manchmal durchaus schmerzhaft über uns selbst ...

Besonders interessant fand ich den Abriss über die historische Entwicklung der Kinderbetreuung in den letzten Jahrhunderten im Kapitel "Wie viel Mutter braucht ein Kind?" So wars im Frankreich des 18. Jhd. für eine Handwerkerfamilie billiger sein Neugeborenes durch eine Amme betreuen zu lassen als einen Gesellen einzustellen, der die Arbeitskraft der Frau im Betrieb ersetzt! Dass die Kleinkindbetreuung immer noch am unteren Ende der Lohnpyramide und auch in der Gesellschaft zu wenig Achtung erfährt, hat wohl dort die Wurzeln ...

Spannend auch das Kapitel übers Fernsehen (selten, wird das so deutlich gesagt, dass Fernsehen für Kinder schädliche Folgen hat!) und auch über unseren Umgang mit der Zeit - im ständigen "Keine Zeit - Tempo!" erkennen sich bestimmt viele wieder - ich auch! Und wieder mal hab ich mir die Entschleunigung des Alltags vorgenommen ... und nehme mir deshalb jetzt gleich das nächste interessante Buch zur Hand, über das ich dann ganz bald berichten werde!

Mittwoch, 29. Januar 2014

Skiurlaub im Kinderhotel Hagleitner

Gerade zurückgekommen vom Skiurlaub - diesmal wieder ein Reisebericht, weil wir in einem meiner Lieblingshotels waren! Es war jetzt schon unser vierter Urlaub in Zell am See, allerdings der erste im Winter.
Mit ein Grund für unsere spontane Buchung war das Angebot 4=3 des Kinderhotels Hagleitner - also 4 Nächte zum Preis für 3, ein Skiurlaub mit Kindern ist ja nicht grad das Günstigste, deshalb haben wir die Kinder für zwei Tage in der Schule entschuldigt und los gings!
Was mich ein bißchen skeptisch gemacht hat, war die Entfernung zur Talstation, die sich aber als wesentlich kürzer herausgestellt hat als gedacht. Außerdem gibts einen toll organisierten Shuttle-Dienst für die Skifahrer sowie im Preis inkludierte Ski-Depots bei der Talstation, sodass der Heimweg in normalen Stiefeln locker auch in wenigen Minuten zu Fuss schaffbar ist.
Die Zimmer und das ganze Hotel sind sehr großzügig angelegt, viel Platz und Auslauf für bewegungsbedürftige Kinder - immer wieder erstaunlich, wieviel Energie Kinder selbst nach einem ganzen Tag auf der Piste noch haben ...
Die Kinderbetreuung haben wir diesmal nicht genutzt, da unsere naturgemäß die einzigen Schulkinder waren (schaut in den Semesterferien sicher ganz anders aus!) - aber sehr wohl das Bällebad zum Toben, den Tischtennis- und den Billardtisch. Unsere Erfahrungen aus den letzten Urlauben waren allerdings sehr gute mit der Kinderbetreuung - Teile des Teams waren uns auch noch bekannt.
Zwei Dinge, die ich besonders schätze: die Rundum-Versorgung durch das All-Inclusiv-Angebot im Restaurant, ich liebe es, wenn ich dem Hamsterrad Planen, Einkaufen, Kochen, Geschirr waschen und Küche putzen entkomme (obwohl ich sehr gerne koche!) sowie den Wellness-Bereich des Schwesternhotels MAVIDA, in den man durch eine "Zaubertür" gelangt und sich plötzlich in einem Erwachsenenreich wiederfindet.
Fazit: Kein billiges Urlaubshotel - aber aufgrund der vielen Leistungen absolut den Preis wert!

Montag, 28. Oktober 2013

Kindergeburtstag in der Hofburg

Letzte Woche hat meine Kleine ihren 8. Geburtstag in den Kaiserappartements in der Wiener Hofburg gefeiert - was für mich zweifach besonders war. Erstens hab ich vor mehr als 15 Jahren dort mehrere Jahre gearbeitet, Führungen gemacht und Touristen tausendfach erklärt, dass die Sissi-Filme nicht hier gedreht wurden! Zweitens hab ich mir erstmals erlaubt, eine Kinderparty auszulagern und sie nicht komplett selbst zu gestalten - schließlich hab ich ja selber einen Workshop "Kinderparties gestalten", war mir also fast ein bisschen peinlich ;-))
Es war aber eine wirklich positive Erfahrung - wir wurden von Elisabeth (nein, nicht die Kaiserin - unserer Führerin durch die Appartements!) empfangen, die Kinder durften sich verkleiden. Das Geburtstagskind als Kaiserin, sie durfte sich dann einen Kaiser aussuchen - der Rest der Kinder wurde zu Hofdamen und Wachen. Vor allem die Mädels waren von den schönen Kleidern begeistert.
Dann durfte sich die Kaiserin auf einen Thron setzen und die anderen machten ihre Aufwartung, dafür mussten Knickse und Verbeugungen geübt werden und natürlich Rückwärts-Gehen, denn der Kaiserin darf ja nicht der Rücken zugewandt werden. Die Führung durch die Räume war genau in der richtigen Länge für die Aufmerksamkeitsspanne von 8-Jährigen, Elisabeth ließ sich weder durch Besuchermassen, die wir mit den Kindern durchqueren mussten, noch durch manchmal irrationale Wortmeldungen oder Fragen irritieren.
Die Torte konnte ich selber mitbringen, dafür war dann zum Schluß ein eigener Raum mit liebevoll dekortierter Tafel vorbereitet, sogar Himbeersaft stand bereit. Das alles zu einem Superpreis € 120,- für 10 Kinder und zwei Erwachsene - hat mich wirklich begeistert und empfehle ich gerne weiter!